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Wechselwirkungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen im ländlichen Sambia

Wechselwirkungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen im ländlichen Sambia

© Steven Gronau
Leitung:  Dr. Steven Gronau
E-Mail:  gronau@iuw.uni-hannover.de
Team:  Dr. Steven Gronau, M.Sc. Brigitte Ruesink
Jahr:  2020
Förderung:  Leibniz Young Investigator Grant der Leibniz Universität Hannover
Laufzeit:  01.07.2020 – 30.06.2022
Weitere Informationen https://www.uni-hannover.de/de/forschung/wiss-nachwuchs/postdocs/

Hintergrund

Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge nimmt zu. Während sich Medien und Politik häufig auf den Zustrom nach Europa und in die Vereinigten Staaten konzentrieren, verbleibt tatsächlich die große Mehrheit in Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika. Da Camps häufig in abgelegenen ländlichen Gebieten nahe von Dorfgemeinschaften errichtet werden, wirken sich der plötzliche Zustrom und die Präsenz von Flüchtlingen in verschiedener Weise auf die einheimische Bevölkerung aus. Dies betrifft beispielsweise den Arbeitsmarkt, Produktion, Handel, Preisniveaus, Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, Kriminalität, Verwendung natürlicher Ressourcen, Armut und Ernährungssicherung. Wissenschaftler betonen einen enormen Forschungsbedarf hinsichtlich der Auswirkungen von Flüchtlingen auf die Aufnahmegesellschaft.

Projektregion und Ziel

Das Forschungsprojekt befasst sich mit einem Flüchtlingslager im ländlichen Sambia, welches einen erheblichen Zustrom von Menschen aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo verzeichnet. Kernziel des Projekts ist die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen im ländlichen Sambia im Kontext der steigenden Zahl von Flüchtlingsbewegungen und der damit verbundenen Herausforderung, langfristige Lösungen zu erarbeiten. Das Projekt leistet somit einen Beitrag zum aufstrebenden Bereich der Flüchtlingsforschung.

Methode und Daten

Für die wissenschaftlichen Analysen werden agenten-basierte Modelle, bei denen es sich um computergestützte Simulationsmodelle handelt, entwickelt und angewandt. Der innovative Ansatz untersucht komplexe Systeme durch die Modellierung von Agenten-Umwelt-Interaktionen und ermöglicht langfristige Bewertungen durch vorhersagende Simulationen/Politikszenarien. Die Untersuchungen basieren auf Daten aus Haushaltsbefragungen, partizipativen Forschungsergebnissen und geographischen Informationen.